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Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Ausbildung

Barbara Hofler

Industrie 4.0 bedeutet nicht nur Umstellung der Arbeitsprozesse in einer Firma, sondern schon der Berufseinstieg in einer Firma, muss umstrukturiert werden. Die Ausbildung ist nicht mehr die klassische, wie früher mit Hammer und Stift. An fast jedem Arbeitsplatz sind Computer vorhanden, die bedient werden müssen und Arbeitsgänge anzeigen. Per Mausklick können Arbeitsprozesse gesteuert werden und neben dem Arbeitsplatz fährt der „Kollege“ in Form einer Maschine vorbei. Der damalige Kollege, der laufen musste, um Produkte zum nächsten Arbeitsschritt zu bringen, wird nun von einer Maschine unterstützt und kann andere Arbeitsschritte ausführen. Die Sicherheit muss trotz helfender Maschinen gewährleistet sein. Der jüngste Arbeiter, muss Sicherheitseinweisungen vom ersten Tag der Ausbildung an erhalten, wie und wo er zu laufen hat ohne die Wege der Maschine zu kreuzen. Die Sicherheitsunterweisungen wurden ausgebaut und müssen vor allem auf die Maschinen, die im Unternehmen helfen, abgestimmt sein.

SEW

by Barbara Hofler

Praktisch werden die Azubis jedoch ins kalte Wasser geschmissen.    Sie werden den Umgang mit dem vernetzten Unternehmen sofort lernen, in dem sie automatisch mit ihnen arbeiten. Sie kennen die Arbeitsprozesse nicht anders. Ältere Arbeiter müssen sich umgewöhnen, da früher die Produktion anders lief. Dieser Meinung ist auch Dominik Steffen Fauth, aus dem Personalmanagement der Firma SEW Eurodrive: „Die Ausbildung in unserem Unternehmen wird sich insofern ändern, dass die Auszubildenden ein vernetztes Unternehmen vorfinden. Den Umgang lernen sie mit „learning by doing“. Das ist die einfachste Möglichkeit, den jungen Leuten die Produktion mit der Smart Factory zu erklären.“

Die schulische Ausbildung erhält ihre Grundform, trotz Industrie 4.0 bei. Begriffe, wie „Automatisierungsbranche“, „Smart Factory“ oder „Datensicherheit“ werden stärker in den Lehrplan integriert, doch die Prüfungen werden ihre Struktur beibehalten. PC-Arbeit in der Schule oder Gruppenarbeit per Handy wurde nicht erst mit Industrie 4.0 eingeführt, sondern schon seit Jahren von den Berufsschülern genutzt.

TU-Wien

by Barbara Hofler

Industrie 4.0 im Studium                           

Auch Diplom-Ingenieur Peter Heimerl von der Technischen Universität (TU) in Wien ist der Meinung, dass sich ein Studiengang mit Industrie 4.0 nicht verändern wird.: „Im Unternehmen ist Industrie 4.0 für Azubis oder Werkstudenten zu merken, doch im Studium wird es keinesfalls Änderungen geben. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es in Studiengängen wie Maschinenbau oder Werkstofftechnik niemals zu Fächern wie „Industrie 4.0“ kommen wird. Natürlich kann es ab und zu in Vorlesungen eingebaut werden, um den Begriff überhaupt zu klären, aber es wird keine direkte Ausbildung an Hochschulen oder Universitäten geben, die speziell auf Industrie 4.0 in einer Firma vorbereitet.“

In Firmen gibt es von Jahr zu Jahr immer ein Oberthema an dem es sich orientiert und in der Wirtschaft mithalten muss. Womöglich ist es in einigen Jahren schon wieder ein anderes und Industrie 4.0 wurde umgesetzt. Aus diesem Grund können Lehrpläne nicht umstrukturiert werden, da sich das Oberthema auch oft verändert. Peter Heimerl arbeitet für die TU im Forschungsmarketing. Über die letzten Jahre konnte er immer eine Entwicklung in der Wirtschaft und Industrie sehen, doch nie eine gleichzeitige Änderung der Lehrpläne.

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