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Maschinenbauer sind „Industrie 4.0 Ready“

Manfred Wittenstein stellt die Impuls-Studie zu Industrie 4.0 vor.

Mit Industrie 4.0 beschäftigt sich mehr als jeder fünfte Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland intensiv. Dass ist das Ergebnis der Impuls-Studie zur Industrie 4.0-Readiness, die auf dem diesjährigen Maschinen- und Anlagenbaugipfel vorgestellt wurde. Ein Großteil der Unternehmen sieht in Industrie 4.0 eine Möglichkeit, sich am Markt zu differenzieren und als wichtigen Beitrag dazu, Technologieführer zu bleiben.

Große Unternehmen haben Vorsprung

Trotzdem gaben drei Viertel der befragten Unternehmen an, noch gar keine Industrie 4.0 Technologien zu verwenden. Wobei auffällt, dass große Unternehmen bedeutend mehr Industrie 4.0 Technologien in ihren Unternehmen einsetzen als kleine oder mittelständische Unternehmen. Die Studie macht hier als Problem aus, dass die Unternehmensleitung klare Strategien entwickeln müsse, um Industrie 4.0 umzusetzen. Denn laut der Studie ist Industrie 4.0 nur in der Hälfte der Strategiepapiere zu finden. „Industrie 4.0 wird kommen, aber das wird kein Selbstläufer“, kommentierte Manfred Wittenstein das, als er die Studie vorstellte. Die Studie empfiehlt kleinen Unternehmen Pilotinitiativen zu starten, um das Thema Industrie 4.0 für sich zugänglich zu machen.

Immerhin 15 Prozent haben ein Innovationsmanagement, dass die Umsetzung im Unternehmen überwacht und investieren regelmäßig in diese Zukunftstechnologien. Das Innovationsmanagement behandele jedoch oft jede Abteilung einzeln. Ein Drittel der Unternehmen habe bereits erkannt, dass bei einer vernetzten Produktion ein bereichsübergreifendes Innovationsmanagement erforderlich ist. Auch das Konzept der Smart Factory zielt darauf ab: Die Vernetzung der Fabrik, in der die Produktionsanlagen sowohl mit dem IT-System der Fabrik als auch mit den Produkten, die sie herstellt kommuniziert. Doch die Smart Factory ist nur mit hohen Investitionen zu realisieren. Deshalb steht hier noch die Hälfte der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer am Anfang der Entwicklung.

Personal ist fit für Industrie 4.0

Die Ausbildung des Personals ist eine der großen Stärken der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer. 70 Prozent der Unternehmen haben laut der Studie fachlich qualifiziertes Personal, dass den Herausforderungen von Industrie 4.0 gewachsen ist. Die Studie führt diesen recht hohen Wert darauf zurück, dass sich die Unternehmen in der Personalverwaltung sicher fühlen und mehr Erfahrung haben als in anderen Bereichen.

Zu den Bereichen, in denen deutsche Maschinen- und Anlagenbauer noch unerfahren sind, zählen zweifellos die Data-Driven-Services. Mit diesem Thema haben sich 85 Prozent der Unternehmen noch gar nicht befasst. Dabei konstatiert die Studie, dass das After-Sales- und Service-Geschäft zukünftig vor allem auf der Auswertung von Daten beruhen wird. Mit der ständigen Auswertung von Maschinendaten können Firmen hybride Leistungsbündel anbieten. Diese Leistungsbündel umfassen neben der Anlage selbst noch Wartungsangebote, bei welchem dem Kunden eine gewisse Anlagenverfügbarkeit garantiert wird. Um realistische Aussagen zur Anlagenverfügbarkeit zu treffen und eventuelle Reparaturen absehen zu können, ist eine exakte Auswertung der Anlagendaten nötig. Aber auch ganz neue Geschäftsmodelle, die den Fokus rein auf die Auswertung von Anlagendaten legen sind denkbar. So können laut der Studie Produkt-Dienstleistungsbündel entstehen, die exakt auf den Kunden zugeschnitten sind.

Vernetzung vom Zulieferer bis zum Kunden

Die speziell auf Kundenwunsch zugeschnittenen Lösungen können durch eine weitergehende Vernetzung, auch außerhalb des eigenen Unternehmens unterstützt werden. Smart Operations bezeichnen die vertikale Vernetzung durch die gesamte Wertschöpfungskette, angefangen bei den Zulieferfirmen bis hin zum Kunden. Auch hier sind deutsche Maschinen- und Anlagenbauer gut aufgestellt. Über ein Viertel der Firmen haben ihren internen Informationsaustausch zumindest teilweise automatisiert und diesen gegen Cyberangriffe abgesichert. Doch die Studie zeigt auch, dass gerade Unternehmen, die bereits Konzepte umgesetzt haben feststellen, dass es für autonome Werkstücke und selbsttätig kommunizierende Prozesse nur wenige Anwendungsmöglichkeiten gibt. Dies hindere sie an einer weiteren Integration von Smart Operations in ihren Unternehmen.

Trotzdem bietet jedes vierte Unternehmen vernetzte Produkte an. Die smarten Zusatzfunktionen werden vor allem betriebsintern genutzt: Zur Überwachung der Produktion und zum Speichern von Informationen über das jeweilige Produkt. Auch hier setzt sich der Trend der ganzen Branche fort, dass smarte Produkte vor allem bei großen Betrieben verbreitet sind. Das kann allerdings auch darauf zurückgeführt werden, dass die Produktionsabläufe bei größeren Unternehmen komplexer sind.

Die Impuls-Stiftung hat auch einen Online-Selbst-Check entwickelt, mit dem Firmen sich selbst auf ihre Industrie-4.0-Readiness testen können.

One thought on “Maschinenbauer sind „Industrie 4.0 Ready“”

  1. Dr. Tönnis Albert Stolk, Wissenschaft Forschung Technologie sagt:

    Neuartige Energie- und Antriebstechnik

    für Maschinen, Generatoren, Fahrzeuge aller Art,
    Industrie, Privat, extraterrestrischen Bedarf

    – verbrauchskostenfrei
    – emissionsfrei
    – unbegrenzte Leistung
    – standortunabhängig
    – jederzeit verfügbar

    WiFT Wissenschaft Forschung Technologie

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