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Die digitale Revolution im Konflikt mit dem Arbeitsmarkt

Werden die Industriearbeiter in den Produktionsfabriken in Zukunft durch Maschinen ersetzt? Kann es eine industrielle Revolution ohne körperlich arbeitendes Personal geben? Diese Fragen stellen sich Fließbandarbeiter, Logistiker und andere Berufsgruppen in den Fertigungs- und Lagerhallen Deutschlands. Die Diskussion wird unter anderem offen in den Sozialen Netzwerken ausgetragen. Viele der Kommentatoren, vermutlich aus Fabrikarbeiterkreisen, äußern sich besorgt, wenn das Thema von den Medien aufgegriffen wird. Gewerkschaften fürchten ebenfalls, dass durch die Digitalisierung in den Fabriken in Zukunft viele Arbeitsplätze gestrichen werden könnten.

Laut einer Studie von The Boston Consulting Group (BCG) könnten durch Industrie 4.0 bis zu 390.000 neue Arbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren entstehen. Der Investitionsbedarf beläuft sich dabei auf etwa 250 Milliarden Euro. Die Digitalisierung fordert allerdings verstärkte IT-Kompetenz und gezielte Ausbildung zum Facharbeiter. Simple manuelle Arbeiten werden in den nächsten Jahrzehnten immer weniger gefragt sein und genau da sehen Kritiker das Problem. Laut BCG aber werden die positiven Effekte der Automatisierung überwiegen und mehr Arbeitsplätze schaffen, als in der Fertigung entfallen. Menschenleere Fabriken soll es auch in Zukunft nicht geben, da Maschinen und Roboter durch Fachkräfte überwacht werden müssen.

Allein in der Metall- und Elektroindustrie gibt es derzeit über 3,7 Millionen Beschäftigte. Wie viele davon eine Weiterbildung benötigen würden, wird in der Studie der BCG nicht in Zahlen ausgedrückt. Gewerkschaften und betroffene Angestellte in den Produktionsfabriken vermuten, dass die Zahl der Arbeitsplätze, die durch die industrielle Revolution entfallen würden, viel höher ist als die der neu entstehenden IT-Stellen. Die Oxford Wissenschaftler Carl Frey und Michael Osborne warnten bereits 2013 in ihrer Studie, dass durch die Veränderungen von Industrie 4.0 etwa 40 % der heute existierenden Arbeitsplätze wegfallen könnten. Politik und Industrie müssen an der Stelle also zusammenarbeiten, um genügend Weiterbildungen und Alternativen für die „einfachen Jobs“ bereitzustellen.

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