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Die Eiszeit im Irangeschäft ist vorbei

Klaus Friedrich über Lage und Entwicklung des Irangeschäfts

Berlin, 13.Oktober 2015 – Die Stimmung im Deutschen Maschinenbau dem Iran gegenüber scheint positiv: zumindest, wenn man der Umfrage beim jährlichen Branchentreffen Glauben schenken mag. Dort gaben mehr als zwei drittel der Teilnehmer an, bereits Geschäfte mit dem Iran zu machen oder dies für die Zukunft zu planen. Im Juni haben sich die UN-Vetomächte mit dem Iran auf eine Lösung im Atomstreit geeinigt.

Die Folge davon: Sanktionen fallen weg, Handel mit dem Iran wird wieder möglich. „Es herrscht ein vorsichtiger Optimismus“, so Ackermann, Leiter des Bereichs Außenwirtschaft Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dennoch solle man jetzt nicht in Euphorie verfallen. Es gäbe noch genug Hindernisse auf dem Weg zu überwinden.
Klaus Friedrich (Foto) ist beim VDMA zuständig für den Bereich Exportkontrolle und Iran. Er sieht das Verhalten der Banken als eines der Hauptprobleme. „Der Geldfluss ist für iranische Kunden einfach noch zu teuer.“

Die EU und USA fahren die Sanktionen, die sie aufgrund des Atomstreits gegen den Iran verhängt haben, schrittweise zurück. Hier sieht Friedrich eine weitere Schwierigkeit: den Iranern sei dies so nicht bewusst. Sie gingen davon aus, dass die Sanktionen wesentlich schneller beigelegt würden. Darauf müssten Firmen bei der Kommunikation mit iranischen Kunden achten.
Ein beginnender politischer Frühling ist aber keine Garantie für einen Sommer.
Beim sogenannten Snap-Back-Effekt spricht Friedrich von einem „politischen Risiko“ für Unternehmen.
Er tritt ein, wenn der Iran die Vereinbarungen, die er mit den Vetomächten getroffen hat nicht einhält. Infolgedessen treten die Sanktionen wieder in Kraft.
Bis das Irangeschäft vollständig aufgetaut ist, wird es wohl noch einige Zeit dauern.

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