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Die Revolution lässt auf sich warten

Jahr für Jahr entstehen immer mehr Möglichkeiten, Technologien in der deutschen Industrie ein- und umzusetzen. Die Digitalisierung könnte Effizienz und Simplifikation der einzelnen Arbeitsprozesse in den Großkonzernen enorm steigern. Die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand: Umsatzsteigerung, Innovationsstärke, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Allerdings verhält sich der Großteil der hiesigen Industriellen sehr zögerlich, wenn es um visionäre Veränderungen geht. Sicherheit und Stabilität bleiben nachwievor deutsche Tugenden, die die vierte Industrielle Revolution ausbremsen und wenig Spielraum für neue Chancen zulassen. Dabei besteht sowohl bei mittelständischen Unternehmen als auch bei Großkonzernen großes Interesse am Thema Industrie 4.0. Ein Beweis dafür ist die rege Teilnahme verschiedener Industrievertreter an einem Kongress, organisiert von der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Die Vortragsreihe mit dem vielversprechenden Titel „Industrie 4.0 konkret“ wurde von Prof. Dr. Linus Schleupner und Prof. Dr. Thomas Barth von der RFH Köln auf die Beine gestellt, um das komplexe Thema mit verschiedensten Branchen zu diskutieren. Bei einer lebhaften Diskussion sind sich Teilnehmer und Referenten einig geworden, dass die Unsicherheit in den Unternehmen mehrere Gründe hat. Einer davon ist der immer wieder erwähnte Fachkräftemangel. Dabei wurde unter anderem den Hochschulen vorgeworfen, sie würden für den Fachbereich nicht genügend Ausbildungsmöglichkeiten anbieten und fördern. Des Weiteren wird fast ausschließlich in der Chefetage über das Thema entschieden und diskutiert. Mitarbeiter, die weiter unten in der Hierarchie stehen, werden gar nicht erst in Ideen und Entwicklungen mit einbezogen. Das sehen viele der Teilnehmer des Kongresses als größte Schwierigkeit.

Die vierte industrielle Revolution wird sich in Zukunft durch Unternehmen entwickeln, die bereit sind, Risiken einzugehen. Diese Risiken aber auch Chancen beziehen sich sowohl auf speziell ausgebildete Fachkräfte als auch auf die interne Kommunikation und Organisation eines Unternehmens.

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