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Die vierte industrielle Revolution – was bedeutet das eigentlich?

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Als industrielle Revolution wird der Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft bezeichnet. So wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und verstärkt im 19. Jahrhundert von der dauerhaften Umgestaltung der Arbeitsbedingungen, Lebensumstände sowie der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse gesprochen. Die industrielle Revolution beschleunigte vor allem die Entwicklung in der Technik. Ende des 18. Jahrhunderts wurden als erste industrielle Revolution die mechanischen Produktionsanlagen eingeführt. Als zweite industrielle Revolution wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts die arbeitsteilige Massenproduktion von Gütern mit Hilfe elektrischer Energie bezeichnet. Die Automatisierung von Produktionsprozessen durch den Einsatz von Elektronik und IT läutete Mitte der 70er Jahre die dritte industrielle Revolution ein. Nun ist es Zeit, Industrie 4.0 in die Wege zu leiten. Industrie 4.0 ist die vierte industrielle Revolution. Das ist die intelligente Maschine, die – von Menschen gesteuert – in alle Bereiche des täglichen Lebens hineinreicht. Ziel ist, die intelligente Fabrik (Smart Factory) mit Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen zu integrieren. Außerdem soll sich die Smart Factory durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und Ergonomie auszeichnen. Sie bezeichnet einen Produktionsvorgang, bei dem sich die Fertigungsanlagen und Logistiksysteme ohne menschliche Hilfe selbst organisieren. Technologische Grundlage sind Cyber-Physische Systeme (CPS) und das Internet der Dinge. Cyber-Physische Systeme sollen dabei helfen, dass sich Produkte untereinander und mit dem Internet kommunizieren und vernetzen. Als Internet der Dinge bezeichnet man die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internetähnlichen Struktur. Es besteht nicht mehr nur aus Menschen, sondern auch aus Dingen. So soll es ermöglicht werden, dass verschiedene Produkte mit Speicher- und Kommunikationsmöglichkeiten sich untereinander synchronisieren. Teil dieses Zukunftsszenarios ist weiterhin die Kommunikation zwischen Produkt und Fertigungsanlage, bei dem das Produkt seine Fertigungsinformationen in maschinell lesbarer Form z. B. auf einem RFID-Chip selbst mitbringt. Anhand dieser Daten wird der Weg des Produkts durch die Fertigungsanlage und die einzelnen Fertigungsschritte gesteuert. RFID bezeichnet dabei ein Sender-Empfänger-System, welches zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten dient. Bestes Beispiel für den Einsatz eines RFID-Chips ist der neue Personalausweis, bei dem auf dem Chip persönliche Daten und der Fingerabdruck gespeichert sind. Die Datenübertragung geschieht durch vom Lesegerät erzeugte magnetische Wechselfelder geringer Reichweite oder durch hochfrequente Radiowellen. Zusammengefasst stehen bei Industrie 4.0 die Cyber-Physischen Systeme im Mittelpunkt, welche Maschinen und Werkzeuge mittels implementierter Sensoren über das Internet miteinander vernetzen.

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