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Fachmedien 4.0

„4.0“ ist das neue Akronym für Innovation. Es ist also nur folgerichtig, wenn nach Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Wirtschaftswunder 4.0 jetzt auch die Fachmedien ihr 4.0er Zeitalter einläuten. Dazu hatte der Verband der Deutschen Fachpresse zum Kongress nach Berlin eingeladen. Deutlich wurde, ebenso wie die Industrie ist auch die Branche der Fachmedien erst am Anfang von 4.0. Impulse dazu gab es genug.

Kommunikation verändert sich stetig. Aber unter den Bedingungen der Digitalisierung noch schneller. Die Wissensgesellschaft produziert täglich mehr Wissen, das sortiert, eingeordnet und auch kommentiert werden muss. Die klassische Aufgabe von Journalismus und Medien. Was die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Inhalten und Ausspielkanälen an Herausforderungen und Chancen bietet konnte man in Berlin erleben. Einerseits gibt es Verlage oder Medienanbieter, die Digitalisierung schon lange ernst genommen haben. Dies zeigen auch die Auszeichnungen zum Fachmedium des Jahres, die auch Social Media -Strategien prämierten. So erhielt die Zeitschrift profi aus dem Landwirtschaftsverlag den Preis für den besten Social Media Einsatz. Bereits im Jahr 2012 startete profi mit einem Facebook-Auftritt. Mittlerweile werden fünf Kanäle bespielt. Instagram mit über 28.000 Followern einer der wichtigsten Kanäle, aber auch auf WhatsApp, erst im Juni 2015 gestartet, verzeichnet profi bereits über 2.000 Abonnenten.

Titelseite der Fachzeistchrift profi

Titelseite der Fachzeistchrift profi

Dass 4.0 in Fachverlagen dasselbe bedeutet wie in der Industrie, nämlich die grundlegende Veränderung von Geschäftsmodellen, das war in Diskussionen spürbar. Nicht nur dass Verlage Kooperationen mit Facebook eingehen, auch Xing bietet spezielle Lösungen für die Vermarktung von journalistischen Leistungen über eigenen Xing-Plattformen an. Die Diskussion wieviel und wie schnell Anpassung geschehen muss dauert sicher noch eine Zeit. Welche Potentiale in neuen Technologien oder in neuen Anwendungen etablierter Technologien steckt, das zeigten Sessions mit Beispielen aus der New Economy oder Ansätze wie Gamification.

So präsentierte die Firma „Industrial Newsgames“ aus Würzburg zusammen mit ihrem Kunden „Physikinstrumente Karlsruhe“ ein Newsgame. Interessenten der Firma sollen zum Beispiel einen neuen Zugang zu Hexapodkinematiken oder Positionierungsanforderungen im Automotive-Bereich bekommen. Nämlich über eine webbasierte, animierte und mit Videos, Grafiken und Infotexten aufbereitete Tour durch die Anwendungsgebiete. Am Ende soll der Interessent komplexe Inhalte einfach verstehen können, um dann seine Entscheidung für oder gegen einen intensiveren Kontakt mit dem Anbieter zu treffen.

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Industrial Newsgames Inhaber Robert Weber.

StoryDocks zeigt Anwendungen, die Tablet und Print zusammenbringen. Styria Digital One wies Wege zur, um und hinter die Paywall. Industrial Games präsentierte ein Newsgame als Kommunikationstool für Industriekunden und Handygames gab Impulse wie Game-Technologien in Kommunikations-bereichen eingesetzt werden können. Das alles dokumentiert, dass für Fachmedien und Fachjournalismus viele Möglichkeiten offen stehen.

Titelbild: Stefan Rühling, Sprecher  Deutsche Fachpress (Bildnachweis: Kongress der Deutschen Fachpresse 2016, Monique Wüstenhagen)

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