Technikjournalisten bloggen

Festge sieht Politik und Industrie bei der Flüchtlingsfrage in der Pflicht

Berlin. Die Welt ist in unruhigem Fahrwasser. So beschreibt Reinhold Festge, Präsident des Branchenverbandes VDMA auf dem diesjährigen Maschinenbaugipfel die aktuelle Situation. Eine Situation, die geprägt sei von Flüchtlingsbewegungen, die einer Völkerwanderung gleichkämen. Die schiere Anzahl der Flüchtenden stelle auf dramatische Weise die Frage: „Wie gehen wir damit um?“

„Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer,“ fasst Festge die Ursachen zusammen. Aber: „Wir sind die Reichen, wir müssen etwas tun,“ so der Appell Festges. Damit meint er sowohl seine eigene Branche und die Industrie als auch die Politik. Deutschland habe seit Jahren von Grenzen profitiert, die durchlässig sind. Durchlässig in beide Richtungen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland profitiere von jungen und motivierten Arbeitskräften und könne sie gut integrieren. Dazu seien aber Rahmenbedingungen wichtig. Festge fordert denn auch von der Politik: bürokratische Hürden abbauen, um die Flüchtlinge einfacher in den Arbeitsmarkt integrieren zu können.

Abwehrenden Reaktionen erteilt der VDMA-Präsident eine kategorische Absage. Gefährliche Entwicklungen wie „Isolationismus und Seperatismus sind keine Lösungen“, so Festge. Wie wichtig offene Grenzen sind zeige sich auch an Themen wie TTIP. 25 Prozent der Arbeitsplätze in der deutschen Industrie hingen vom freien Handel und Warenverkehr ab. Bei TTIP gehe es um den Zugang zu einem der wichtigsten Märkte gerade für den mittelständischen Maschinenbau und damit gehe es um Arbeitsplätze in Deutschland und in der EU. Freier Warenverkehr und auch das Nutzen von neuen technischen Potentialen seien die Bausteine, um an der Erfolgsgeschichte einer der wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft weiterzubauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.