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Industrie 4.0 in der Ernährungsindustrie

„Es heißt immer, jede Branche hätte Ihren eigenen Standards – das sehe ich anders, die Branchen- und Kommunikationsstandards müssen zusammenwachsen.“, sagt Dr. Klemens von Betteray, der am 18.06.2015 an der Rheinischen Fachhochschule in Köln stellvertretend für die CSB-System AG in Geilenkirchen über den Einzug der Industrie 4.0 im eigenen Unternehmen referiert.

Die CSB-System AG erfreut sich über eine ideale, breit gefächerte Kundengruppe, die nationale und internationale Abnehmer umfasst. Das Unternehmen ist in allen Lebensmittelbereichen präsent, produziert aber auch Lacke, Farben und Kosmetika.

„Die Schlangen vor der Wursttheke sind lang – es muss schnell und hochwertig produziert werden. Deutschland ist im Moment ganz vorn in der Fleischwarenindustrie.“ Von Betteray nennt die Standardisierung im Prozess Industrie 4.0 den wichtigsten Schritt – Ziel ist es, mit Smart Factory wettbewerbsfähig zu bleiben.

Innerhalb des Unternehmens sind die standardisierten Betriebsdaten sehr effektiv, die Rückverfolgbarkeit muss durch Zwang des Gesetzgebers ständig gewährleistet werden können. Jede Kiste mit vorher bearbeitetem Fleisch, das sich in der Produktionskette befindet, wird mit einem internen Strichcode ausgestattet. Das IT-System weiß zu jeder Zeit, in welcher Kiste welches Fleisch mit welchem Haltbarkeitsdatum transportiert wird – die Informationen sind permanent abrufbar. Die Datenerfassung läuft vollautomatisiert. In einem Werk werden circa 50.000 Kisten mit Fleischwaren bearbeitet und preisausgezeichnet. Müsste man ohne dieses System auskommen, wäre es nicht möglich, Produktionsziel und Gesetzgebung zu vereinbaren. Aufträge von Abnehmern werden bis circa 17 Uhr angenommen und bearbeitet. Zur Standardisierung gehört auch, dass die Laufwege der Kommissionierer kurz geplant werden, um eine Zeit- und Aufwandsersparnis zu erreichen. Die Scanner bestätigen abschließend noch einmal die Rückverfolgbarkeit der eingescannten Waren.

Abschließend gibt von Betteray einen Ausblick: Shopping 4.0.

Hierbei stellt er sich virtuelles Einkaufen für den täglichen Bedarf und von Lebensmitteln vor, aber auch das spontane und schnelle Bestellen mittels QR- und Barcodes über das Smartphone. An U-Bahnhöfen, Flugzeughäfen und Bushaltestellen könnte es in Zukunft möglich sein, jederzeit verschiedene Bestellungen abzugeben.

Was bedeutet Industrie 4.0 für Schweinehälften?

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