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Industrie 4.0 – Revolution auf der Hannover Messe

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Sie gilt als die wichtigste Industriemesse der Welt – die Hannover Messe. Zahlreiche Unternehmen zeigen hier Jahr für Jahr ihre Produkte und Ideen für die Welt von morgen. In diesem Jahr istwar das Hauptthema Industrie 4.0.

Der APAS schenkt auf der Messe Kaffee aus

Der APAS schenkt auf der Messe Kaffee aus – durch seine Sensorhaut kommt er der Mitarbeiterin nicht in die Quere

Sensorik und Kameras machen es möglich, Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten zu lassen. Eine Revolution, die den Alltag in deutschen Produktions- und Fertigungsstätten einfacher machen wird. Ein Vorreiter in Sachen „Mensch und Maschine“ ist der Konzern Bosch – der ganz auf flexible Automatisierung für die intelligente Fabrik der Zukunft setzt. Industrie 4.0 bedeutet zu aller erst, dass die gesamten Produktionsvorgänge im Umbruch sind. Der Trend geht zu individualisierten Produkten mit immer kürzeren Lebenszyklen. Dazu braucht es eine flexiblere klassische Produktion, die sich in eine wandelbare Produktion mit schnell und teilautomatisch umrüstbarer Produktionsanlage verändert. Bosch hat dafür einen flexiblen Produktionsassistenten, den „APAS assistant“ entwickelt. Als intelligentes und eigensicheres Robotersystem kann der APAS direkt mit dem Menschen zusammenarbeiten und muss nicht – wegen Gefährdung des Mitarbeiters – aufwendig abgeschirmt werden. Ermöglicht wird dies durch eine einzigartige Sensorhaut, die den Roboter umgibt und reagiert, wenn sich der Mensch nähert. Volker Hartmann, Abteilungsleiter für den Produktbereich Montageanlagen und Sondermaschinen von Bosch, geht näher auf den Produktionshelfer ein: „120 Sensoren erkennen, unter anderem am elektromagnetischen Spannungsfeld, wenn sich jemand nähert  und bremsen den Arm sanft ab. Die Berufsgenossenschaft hat den APAS assistant deshalb voll für die direkte Zusammenarbeit mit Menschen ohne Schutzvorrichtungen zertifiziert.“

Der APAS beim arbeiten

Der APAS zeigt auf der Messe, wie ein möglicher Arbeitsplatz aussehen könnte

Der APAS wurde 2013 das erste Mal in den deutschen Werken wie Bamberg und Ansbach getestet. „Wir arbeiten nach einer Dualen Strategie. Das bedeutet, wir setzen die Dinge erst bei uns selber ein und entwickeln sie über ein User-Experience-System weiter. Wenn dann alle Probleme gelöst wurden, bieten wir das Produkt auf dem externen Markt an, “ so Volker Hartmann. Seit diesem Jahr ist der APAS nun auch in fremden Fertigungsstätten wie zum Beispiel bei VW in Chemnitz im Einsatz, wo der Assistent nun direkt am Arbeitsplatz mit dem Menschen zusammen arbeitet. Hartmann erklärt, wie genau der Roboter dem Menschen unter die Arme greift: „Der APAS übernimmt einfache Aufgaben wie Handlings-, Sortier-, monotone und gefährliche Arbeiten. Er kann zum Beispiel gefahrlos die Endprüfung einer 800 Volt Hybridautobatterie  übernehmen, bei der sich ein Mensch im schlimmsten Fall gefährlich verletzen könnte.“ Bedient wird der Produktionsassistent mit einem mobilen Touchpad, so können schnell und ohne weitere Programmierkenntnisse neue Arbeitspläne und Abläufe konfiguriert werden. Diese Pläne sind somit gespeichert und jederzeit über die Cloud abrufbar. Der APAS arbeitet mit einem Universalgreifer, einem Drei-Finger-System. So ist das kraft- und formschlüssige Greifen von Komponenten und Produkten ohne weitere Probleme möglich. Kraft- und Wegregelung der Greiferfinger erlauben dabei sowohl sanftes als auch festes Greifen der Teile. Um einen 100 %-ig sicheren Ablauf zu gewährleisten, ist ein 3D-Bilderverarbeitungssystem im Kamerakopf der Maschine integriert, um Objekte und den Arbeitsplatz im Raum zu erkennen und somit eine hohe Abgreif- und Ablege- Genauigkeit zu garantieren.

Bosch zeigt mit diesem System, dass Roboter und Mensch nicht mehr nur stur nebeneinander arbeiten, sondern sich die Arbeitskräfte von morgen mit dem Kollegen Roboter Hand in Hand die Arbeit erleichtern und sich ergänzen.

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