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Innovatives Labor 4.0 an einer Hochschule

Die Rheinische Fachhochschule Köln sieht es als ihre Pflicht, das Thema der vierten industriellen Revolution ernst zu nehmen und begleitet im eigenen Haus ein Projekt, das erste Ansätze einer Smart Factory bieten soll. Als Kooperationspartner steht der Hochschule die FESTO AG & Co. KG – eins der führenden Unternehmen in der Steuerungs- und Automatisierungstechnik – zur Verfügung. Dieses liefert die nötigen Bauteile für den technologisch komplexen Aufbau einer Miniatur Fabrik im Labor der RFH Köln.

Eine Smart Factory darf so bezeichnet werden, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen kann. Generell versteht man darunter eine Anlage aus der Fertigungstechnik, die „sich ohne menschliches Eingreifen selbst organisiert und eigene Entscheidungen auf der Grundlage verschiedenster Sensordaten treffen kann“, so RFH Köln. Durch diese Technologie ist mehr Individualität in der Produktfertigung gegeben, bei der sich der Mensch nur noch um Auftragserstellung und Organisation kümmern muss. Um die Sensordaten an den verschiedenen Fabrikstationen auslesen zu können, bietet sich die immer mehr an Bedeutung gewinnende RFID-Technologie an. Die Informationen können dann, ähnlich wie bei einem Barcode, mittels Sensoren gelesen werden.

Laborleiter Martin Doost veranstaltet regelmäßig Führungen für Studenten und Schüler und erklärt den Zusammenhang zwischen seiner vollautomatisierten Befüllungsanlage und der Digitalisierung der Industrie. Die Besonderheit der Anlage liegt in der RFID Kommunikation zwischen den einzelnen Prozessen. Jede Flasche besitzt einen eigenen RFID-Chip, der die genaue Erfassung ihrer verschiedenen Eigenschaften möglich macht. Demnach kann nach dem First In First Out Verfahren genau bestimmt werden, welches gespeicherte Element zuerst zur Kundenauslieferung aus der Anlage entnommen wird. Außerdem kann der Lebenslauf der Flaschen in der Befüllungsanlage mittels RFID Technologie verfolgt werden. Weiterhin werden Füllmenge, Farbe der Flasche und Zeit der Einlagerung erfasst. „Die Flasche kann eindeutig identifiziert werden“, erzählt Laborleiter Doost stolz.

Miniatur Smart Factory an der RFH Köln

Miniatur Smart Factory an der RFH Köln

Damit die Nachwuchsingenieure der RFH Köln nicht nur einen Einblick in das breite Spektrum der Industrie 4.0 bekommen, sondern auch aktiv mitgestalten, bietet Martin Doost Bachelorarbeiten zum hauseigenen Projekt an. Damit erhoffen sich sowohl Fachhochschule als auch Studierende, den derzeitigen Bedarf an Fachkräften in dem noch sehr neuen und speziellen Bereich der Technikindustrie mit eigenen jungen Spezialisten zu decken. Wie etwa Bachelorstudent Pascal Gehrmann, der sich mit seiner Abschlussarbeit am Projekt beteiligt und sich davon viel verspricht. „Ich erhoffe mir von unserem Projekt, dass wir auf den Industrie 4.0 Zug mit aufspringen“, so Gehrmann. Die Hochschule zeigt sich optimistisch und plant bereits weitere Projekte und Veranstaltungen zur vierten industriellen Revolution.

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