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Klimawandel und die Unternehmen

Nachhaltiges Denken in der Wirtschaft

Der Strukturwandel durch die Klimapolitik ist den Firmen angekommen. Umbaumaßnahmen und neue Positionierung stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. Auf Unterstützung aus der Politik können sie hoffen, doch einige Vorschriften sind widersprüchlicher als gedacht.

Zentrales Interesse eines jeden Unternehmens ist es erfolgreich zu wirtschaften. Die wirtschaftliche Struktur wandelt sich und Unternehmen müssen sich auf Innovationen, nachziehende Wettbewerber und veränderte Kundenanforderungen einstellen. Eine neue Marktpositionierung ist erforderlich. Ein ausschlaggebender Punkt zum Strukturwandel ist der Klimawandel und die Klimapolitik. Unternehmen müssen sich an das veränderte Klima und an das wandelnde Wetter anpassen. Produkte, Produktionsweisen, Märkte und Standorte verändern sich, gleichzeitig ergeben sich aber auch Chancen. Neue Produkte und neue Märkte eröffnen Unternehmen andere Wege.

Unternehmen entscheiden sich für Maßnahmen zum Klimaschutz wegen externen und internen Einflussfaktoren. Laut Ergebnissen des IW (Institut für Wirtschaft) Umweltexpertenpanels steht für drei von vier Umweltexperten der Wirtschaft an erster Stelle die gesetzlichen Vorgaben. Danach folgt der Grund, dass die Marktchancen durch Klimaprodukte steigen. Erst an dritter Stelle nennen die Experten freiwillige Selbstverpflichtung.

Schriftzug

Die Firma Weidmüller merkte das sich mit Energiesparsystemen sogar Geld verdienen lässt. Die in Nordrhein-Westfalen ansässige Firma minimiert die Energiekosten und den Energieeinsatz der Kunden durch ihre Produkte. Weidmüllers Hard- und Software nutzt den Kunden auch Steuervergünstigungen und Förderungen des Staates zu erhalten. „Wir haben Nachhaltigkeit in unserer DNA“, meint Harald Vogelsang, Finanzvorstand der Weidmüller Gruppe, auf dem Maschinenbaugipfel 2015 in Berlin. Auch Weidmüller reagiert auf auf die Klimapolitik. Da fossile Energieträger mit verantwortlich für den Klimawandel sind reduziert Weidmüller kontinuierlich seine Ressourcen. Auch die Wärme- und Kälterückgewinnung, sowie Beleuchtung und Dämmung zogen in das Unternehmen ein.

Viele Branchen wie beispielsweise Teile der Elektroindustrie (Büromaschinen/EDV/Optik) sind vom klimaschutzbedingten Strukturwandel nicht wesentlich betroffen. Die Chemiebranche hingegen sehr. Sie zählt zu den energieintensiven Industrien. Laut Politik würde eine Reduzierung der Großkonzerne den Klimawandel entgegenwirken. Doch auf der anderen Seite kommen Pläne für das Freihandelsabkommen, die genau die Großkonzerne stärkt weiter zu wirtschaften.

Elektrohandel Becker-Jostes

Auch kleine Unternehmen, wie der Fachhändler für Elektrogeräte Becker-Jostes aus dem Sauerland, reagiert auf die Vorschläge, um den Klimawandel zu stoppen. In dem Geschäft hat Clemens Becker-Jostes, verantwortlich für den Arbeitsschutz und die Schweißtechnik, die gesamten Glühbirnen durch Stromsparlampen getauscht. Er schaute nicht schlecht als er nach dem Wechseln der Lampen plötzlich eine höhere Stromrechnung hatte. „Mit den Stromsparlampen zahle ich 1400 Euro mehr als mit den alten Glühbirnen“, meint Clemens Becker-Jostes frustriert. Das liegt daran das er sich mit den Energiesparlampen zwar Strom spart, aber nun nicht mehr soviel Strom verbraucht, dass er eine Förderung erhält. Mit den alten Glühbirnen hat das Unternehmen Beckes-Jostes soviel Strom verbraucht, dass sie von dem Energieversorgungsunternehmen „Rabatt“ bekommen haben, die sogenannte Konzessionsabgabe.

Quelle der IW-Umweltexpertenpanels: http://www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2012/13/klimawandel-und-unternehmen/

 

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