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Mensch – Roboter – Kooperation „Kuka-Roboter: Tausendmal berührt und nie verletzt“

LOGO KUKA Innovation

Zukunft zum Anfassen: Bei der Hannover Messe zeigten Firmen die neuesten Trends aus der Welt der Technik. Schwerpunkt der Veranstaltung war die Industrie 4.0, die vernetzte Fabrik. Insgesamt 6500 Aussteller waren gekommen und viele hatten ihren Roboter mit im Gepäck. In seiner Eigenschaft als Automatisierungsspezialist spielt Kuka eine zentrale Rolle in der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0.

Um den Technologietransfer von der Wissenschaft und Forschung in die Industrie zu fördern, verlieh Kuka nun schon zum zweiten Mal den KUKA Innovation Award 2015. Die Aufgabe für dieses Jahr lautete: eine Roboteranwendung in Mensch-Roboter-Kollaboration zu entwickeln, die in einer realistischen Arbeitsumgebung funktioniert

Ein Forscherteam des Biorobotik Instituts der Scuola Superiore Sant’Anna, Pisa, wurde nun auf der Hannover Messe zum Sieger gekürt. Mit ihrer Entwicklung „ReTeLINK: Reciprocal Teleoperation of the LBR iiwa and an Interactive Exoskeleton“ holten die Ingenieure den ersten Platz.

Die Italienische Forscher haben in Zusammenarbeit mit dem Roboter LBR iiwa eine Art äußeres Skelett gebaut, mit dem sie einen Roboterarm fernsteuern können. Bewegt der Mensch seinen Arm, vollzieht der Roboter die Bewegung fast simultan nach. Der Proband schnürt sich dazu ein sogenanntes Exoskelett um. Federn in diesem Skelett spüren, wenn sich die Armposition ändert und Sensoren geben die Daten an den Maschinenarm weiter. Die Motoren des Exoskeletts geben die Kräfte wieder, die durch die Interaktion des LBR iiwa mit seiner Umwelt entstehen.

Exoskelett KUKA Messe H

Das Exoskelett hat den KUKA Innovation Award 2015 gewonnen

Der Mensch soll sich somit nicht einen Zwilling erschaffen, sondern in der Medizin zum Einsatz kommen. Damit lassen sich Telepräsenz- und Reha-Anwendungen realisieren. Die Forscher des Instituts für Biorobotik können sich gut vorstellen, dass Ärzte in Zukunft auch aus der Ferne operieren können. Noch ist es noch etwas zu früh sich aufschneiden zu lassen, da der Roboter noch etwas plump reagiert. Mit einer Ungenauigkeit von weniger als einem Millimeter kann man aber dennoch spätestens in 5 Jahren damit rechnen, dass das System in den Kliniken zum Einsatz kommen kann.

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