Technikjournalisten bloggen

„Produktion rauf, Verbrauch runter!“

Energieeffizienz

Regierung und Unternehmen setzen auf Energieeffizienz

Um 20 Prozent soll die Energieeffizienz in Europa steigen. Das steht in der Strategie „Europa 2020“, in der die Europäische Kommission Ziele für das Wachstum Europas in diesem Jahrzehnt formuliert hat.

Für tausend Euro des Bruttoinlandsprodukts (2,9 Billionen Euro im Jahr 2014) verbrauchte die deutsche Industrie im vergangenen Jahr 5,4 Gigajoule Energie. Mit dieser Menge können 1500 Ladungen Wäsche gewaschen werden. Im Vergleich zum Jahr 2000 sank der Energieverbrauch um 0,9 Gigajoule – ein stetiger Abwärtstrend, der auch zukünftig herrschen soll.

„Produktion rauf, Verbrauch runter!“, so fordert es das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Um das zu Erreichen sollen vor allem Großunternehmen an ihrer Energieeffizienz arbeiten.

Energieeffizienz wird zur Pflicht

Für diese Unternehmen gilt seit November 2014 per Gesetz die Energieauditpflicht. Alle vier Jahre soll ein unabhängiger Berater dabei helfen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen und geeignete Investitionsmaßnahmen abzuleiten. Das erste Audit muss bis Anfang Dezember stattgefunden haben. Das BMWi kontrolliert stichprobenartig, ob so ein Audit erfolgt ist.
Als groß gilt ein Unternehmen ab einer Stärke von 250 Mitarbeitren, 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder einer Jahresbilanzsumme von 43 Millionen Euro.

Von der Pflicht zur Kür: Energieeffizienz-Netzwerke

Die Firmen sollen auch selbst die Initiative ergreifen. „Die Bundesregierung möchte Unternehmen dabei unterstützen, sich selbst eigenverantwortlich Ziele zu setzen, um Energie effizienter zu nutzen.“, schreibt das BMWi in Ihrem Factsheet zu den sogenannten Energieeffizienz-Netzwerken. Ein Netzwerk soll aus etwa acht bis fünfzehn Unternehmen bestehen, die entweder aus der selben Branche oder Region stammen. Jedes Mitglied setzt sich eigene Einsparziele. Der gemeinsame Austausch untereinander soll es leichter machen, diese auch zu erreichen. Unterstützung bekommen die Firmen durch einen Energieberater, der die Energieaudits durchführt sowie durch unabhängige wissenschaftliche Institute. Diese sollen ein Monitoring durchführen, das den Stand und bisher getroffene Maßnahmen erfassen soll.
Heute gibt es bereits 25 Netzwerke, in fünf Jahren soll sich die Zahl verzwanzigfachen.< Verbände helfen Unternehmen zueinander zu finden

Insgesamt 18 Verbände, darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), engagieren sich besonders für die Energieeffizienz-Netzwerke.
Sie haben mit der Bundesregierung vereinbart, als Initiatoren zu wirken und wollen so maßgeblich zu deren Erfolg beizutragen.
Das Vorhaben befände sich gerade in der Startphase. Beim VDMA gäbe es deshalb bis jetzt noch keine Netzwerke, allerdings bestehe von Seiten der Verbandsmitglieder großes Interesse, so Holger Müller, Referent für Energieeffizienz-Netzwerke beim VDMA. Er freue sich darauf, viele Netzwerke zu gründen und auch über die nächsten zwei bis drei Jahre zu begleiten. In diesem Zeitraum sollten die Unternehmen ihre formulierten Ziele zur Energieeffizienz umsetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.