Technikjournalisten bloggen

Arbeit 4.0: Roboter als Bedrohung?

Intelligente Roboter im Gespräch

Jetzt also auch die Asiaten. Alle Industriearbeiter haben Angst vor Industrie 4.0 und Arbeit 4.0. Haben Angst vor intelligenten Robotern, die im Zuge der Digitalisierung von Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft die Jobs übernehmen und den Menschen arbeitslos machen. Laut einem Bericht auf Spiegel online fürchten asiatische Staaten um ihre Standortvorteile mit günstigen weil sogenannten ungelernten Arbeitskräften. Das Thema dominierte dem Bericht zufolge das jüngste World Economic Forum in Malaysia.

Die Diskussion um technische Arbeitslosigkeit, also den Effekt auf dem Arbeitsmarkt durch technischen Fortschritt ist mit Blick auf Digitalisierung und Industrie 4.0 spätestens seit dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos auf der Medienagenda. Fünf Millionen Jobs in fünf Jahren in den Industrieländern würden wegfallen. Gleichzeitig werden Verbandsvertreter wie Hartmut Rauen vom VDMA nicht müde zu betonen, dass die Fabrik der Zukunft nicht menschenleer sei. Prognosen weisen sogar neue Arbeitsplätze als Ergebnis der Digitalisierung aus und appellieren an die Mitarbeiter in den Fabriken, sich weiterzubilden. Nur: Offensichtlich ist die Vorstellung von intelligenten Maschinen eher besorgniserregend, denn Zuversicht schaffend.

Horrorszenario: In Lohn und Brot stehende Roboter geben Almosen an bettelnde Menschen.

Horrorszenario: In Lohn und Brot stehende Roboter geben Almosen an bettelnde Menschen.

Digitalisierung, Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 bestimmen seit Monaten die Agenda. Medien von Fachmagazinen bis hin zu Wirtschafts- und Massenmedien widmen sich diesem Thema. Und: sie illustrieren es mit Bildern von humanoiden Robotern. Angesichts der im Menschen verwurzelten „Urangst“, dass Maschinen die Macht übernehmen scheint die Diskussion um die Leistungsfähigkeit
von Künstlicher Intelligenz (KI) in Maschinen und Robotern nachvollziehbar. Diese Angst oder das Bild, das Medien von Digitalisierung und Robotik zeichnen, hat Einfluss auf die Akzeptanz von Industrie 4.0 in der Bevölkerung. In der Wissenschaft wird davon gesprochen, dass Frames also Deutungsmuster einer gesellschaft helfen Neuerungen einzuordnen und zu bewerten. Das geschieht natürlich auch im Falle von Industrie 4.0, wie auch eine Abhandlung der TH Nürnberg zeigt.

Intelligente Roboter im Gespräch

Master & Servant: Vision der Zukunft auf dem Stand der Siemens AG auf der Hannover Messe im Jahr 2014

Roboter eignen sich gut zur Illustration, da Produktionstechnik in ihren Facetten schwer zu bebildern sind und Roboter bereits einen symbolischen Charakter haben. Neben den Medien hat auch die Industrie lange Zeit den humanoiden Roboter als Symbol für die intelligente Fabrik der Zukunft gewählt. Obwohl sich Medien immer noch der Symbolik von humanioden Robotern bedienen, hat in der Industrie offensichtlich ein Umdenken statt gefunden.

Arbeit 4.0: Die Rückkehr der Knickarm-Roboter

Auf der diesjährigen Hannover Messe suchte man denn auch die humanoiden Roboter vergebens. Es dominierten vielmehr die traditionellen Knickarm-Roboter. Arbeit 4.0 sollte nicht mehr als Synonym für Roboter gezeigt werden, sondern Robotik, die in Zusammenarbeit mit dem Menschen und entlastend mit dem Menschen in einer Fabrik zusammenarbeitet. Ein wichtiger Aspekt in der Kommunikation von Industrie 4.0. Denn wie von Verbänden, Unternehmensberatungen und Wirtschaftsforschungsinstituten uni sono betont wird: der Mensch ist auch in der hochautomatisierten Fabrik wichtig und vor allem die Belegschaft ist es, die den Weg zu Industrie 4.0 gestaltet und den Wandel tragen muss.

Robotil im Griff: Kein Bedrohungsszenario. Der Mensch behält die Sache in der Hand

Robotik im Griff: Kein Bedrohungsszenario. Der Mensch behält die Sache in der Hand

Klassische Aufgaben für Robotik

Klassische Aufgaben für Robotik

Bei übermenschlichen Aufgaben werden Robotern gerne eingesetzt.

Bei übermenschlichen Aufgaben werden Robotern gerne eingesetzt.