Technikjournalisten bloggen

Sanktionen im Iran

Schwierigkeiten für Unternehmen

Der Iran soll das umstrittene Atomprogramm auf Eis legen, sonst mache die USA weiterhin Druck. Deutsche Unternehmen bleiben zurückhaltend, trotz eines aufgestellten Plans. Geschäfte mit dem Iran abzuwickeln, bedeutet immer noch ein Risiko einzugehen.

Bernd Erbel war bis 2013 deutscher Botschafter im Iran. Auf dem Maschinenbaugipfel 2015 in Berlin meinte Erbel, dass der Iran eine große Chance für Maschinen- und Anlagenbauer sei und auch für die Unternehmen, welche schon mit dem Iran in Kontakt getreten sind. „Wer früher Geschäfte gemacht hat, wird sie auch fortführen“, so Erbel. Die Menschen sind liberal und trotz Sanktionszeiten kommen Ex- und Importe zustande. Die persönlichen Beziehungen von Unternehmen haben einen hohen Stellenwert.

Das weiß auch die Hermann Bilz GmbH & Co.KG, Hersteller von Zerspanungswerkzeug und Automobilteilen. „Auf unser Geld mussten wir schon mal warten, aber zum Schluss haben unsere iranischen Kunden immer ordentlich bezahlt,“ so der Geschäftführer Rainer Bauer.

Im Juli 2015 konnten sich die E3+3-Staaten (Staatengruppe Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Vereinigte Staaten, Russland und China) und der Iran einigen. Sie vereinbarten einen Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA). In dem Plan geht es um das umstritten iranische Atomprogramm und die internationalen Sanktionen, vor allem aber darum wie der Iran wieder zu der internationalen Wirtschaft zurückkehren kann. Die USA sind nicht einverstanden und versuchen den Plan zu stoppen.

Durch die entstandene Euphorie der Verhandlungen denken einige Iraner, dass die Sanktionen komplett abgeschafft werden. Wegen der schlechten Propaganda ist das Thema im Iran noch noch nicht angekommen und wird auch nicht thematisiert. „Von einem Implementation Day 2016 wissen wohl die wenigsten“, so Ulrich Ackermann vom VDMA. Einige Sanktionen werden abgeschafft, andere nur erleichtert, und ein durchaus nennenswerter Rest wird verlängert.

Siemens ist mutig

Viele deutsche Unternehmen sind noch zurückhalten, wenn es um Geschäfte mit dem Iran geht. Verständlicherweise, denn der Plan of Action enthält eine Snap-Back-Klausel. Ein politisches Restrisiko, was manch Unternehmer nachdenklich stimmt. Siemens wagte 1867 den Schritt und baute in dem Iran einen Standort auf. Seitdem produziert Siemens auch in Teheran, der Hauptstadt des Irans. Doch auch Siemens geriet bereits unter den Druck der USA. Die Vereinigten Staaten forderten weltweit Unternehmen, auch Siemens, auf, keine Geschäfte mehr mit dem Iran zu tätigen, bis keine endgültige Abschaffung des Atomprogrammes vorliegt.

Nicht nur die Unternehmen leiden unter den Sanktionen, die ebenfalls wegen des Atomprogrammes in Kraft traten, auch die Gesellschaft weiß nicht mehr weiter. Ein Sanktionsrückgang wäre dringend nötig für den einfachen Verbraucher. Seit der Sanktionsauflegung ist alle um 42 Prozent teurer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.