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Vorsichtiger Optimismus bei deutschen Russlandgeschäften

Berlin – „Es gibt Anzeichen, dass wir derzeit die Vertrauenskrise mit Russland überwinden“, so VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge auf dem Maschinenbaugipfel in Berlin. Mit ähnlich vorsichtigem Optimismus äußern sich Vertreter des Maschinen- und Anlagenbaus über die wirtschaftlichen Chancen für deutsche Unternehmen in Russland – und das trotz Einbusen von knapp 29 Prozent im ersten Halbjahr 2015. Realismus sei in dieser Frage jedoch weiterhin entscheidend, so Dr. Stefan Meister, Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.. Rubelkrise, hohe Zinsen und Finanzsanktionen, das erschwert das Engagement deutscher Unternehmen in Russland. Das führt dazu, dass Russland wiederum auf den chinesischen Markt ausweicht, um wichtige Maschinen einzukaufen. „Wir werden in Zukunft verstärkt mit China um die russischen Kunden kämpfen müssen“, befürchtet Reinhold Festge. Um diese Probleme lösen zu können, vertritt er einen klaren Standpunkt: „Wir dürfen nicht immer nur darüber sprechen, was Russland besser machen soll,“, sagt Festge und nimmt die deutsche Wirtschaft in die Pflicht. Diese solle mutig durch Investitionen in den russischen Markt vorangehen und sich nicht von der internationalen Politik abschrecken lassen. Festge betont, wie wichtig es sei, dass deutsche Unternehmen Außenstellen in Russland schaffen. Denn einerseits können Unternehmen so Handelshemmnisse vermeiden und gleichzeitig die russischen Regierung vor Ort von Qualität und Service deutscher Produkte und Unternehmen überzeugen. „Wenn wir im Land sind, erwarte ich eine Stärkung unserer Position“, so der VDMA-Präsident.

 

Andreas Straubinger

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