Technikjournalisten bloggen

Zukunft der Elektromobilität – Eine Chance für Deutschland

Die Elektromobilität in der Zukunft ist ein Thema mit hoher Relevanz. Auch auf dem diesjährigen Maschinenbaugipfel gab es Diskussionen über diese Entwicklungen. Die Meinungen gehen dabei allerdings auseinander.

Verbrennungsmotoren sind weiterhin wichtig.

„Manchen kann es nicht schnell genug gehen Verbrennungsmotoren von der Straße zu verbannen.“, für Carl Martin Welcker, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), ist es eine Frage der Zukunft, nicht der Technologie. Auch wenn es natürlich eine Zeit nach dem Verbrennungsmotor geben würde, müsse der Maschinen- und Anlagenbau zeigen, dass Verbrennungsmotoren weiterhin wichtig wären, sagte Welcker in seiner Rede zur Eröffnung des Maschinenbaugipfels. Er plädiert dafür, offen mit allen Technologien umzugehen, um das Beste für die Zukunft rauszuholen. Alle Innovationen sollten auf den Markt gebracht und erst dann entschieden werden was für die Zukunft relevant ist. Welcker vertritt damit allerdings nicht alle Meinungen.

Der Präsident des VDMA, Carl Martin Welcker, eröffnete den Maschinenbaugipfel. (Foto: Leonie Leistner)

Deutschland muss etwas tun, um im E-Fahrzeugmarkt mitzuhalten.

„Ich halte es für erforderlich, dass sich der VDMA anders positioniert, als heute Morgen.“, Stefan Roßkopf, CEO der Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH, sieht andere Herausforderungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Da Batterien heute nicht mehr in Deutschland, sondern in Asien hergestellt würden, wäre Deutschland bei der E-Autoherstellung total abhängig. „Das ist ein fataler Fehler.“, betonte Roßkopf in seinem Vortrag über die aktuelle Situation der Elektromobilität in Deutschland und mittelfristige Perspektiven im internationalen Vergleich. Für die Zukunft müsse sich das ändern, wenn Deutschland auf dem Markt mithalten wolle. Als Beispiel gab Roßkopf ein E-Auto von LG an. Dieses würde zu 56 Prozent aus Batterien und Leistungselektronik bestehen. Somit wäre die Produktion dieses elektronischen Autos ohne den asiatischen Markt nicht möglich.

 

Roßkopf, der selbst ein E-Auto fährt, forderte die Politik auf mehr zu tun. Die Elektroindustrie könne das Problem mit dem asiatischen Markt nicht alleine lösen. „Wir müssen sicherstellen, dass E-Autos gekauft werden. Solange die Ladeflächenstruktur allerdings nicht besser ist, wird der Absatz der E-Autos nicht steigen.“, Damit gäbe es keine Kostensenkung dieser Fahrzeuge und es würde noch schwieriger werden in den Markt einzusteigen, den Asien mit seiner Batterieherstellung dominiert. Das Problem mit den Ladestationen sollte schnell gelöst werden. „Es ist vorprogrammiert, dass sich die neuen E-Autos schlecht verkaufen.“, sagte Roßkopf. Durch mehr dieser E-Tankstellen könnte die Industrie den Absatz steigern.

Stefan Roßkopf sieht im Batteriemarkt eine große Chance für Deutschland. (Foto: Leonie Leistner)

 

 

Deutschland hat die besten Voraussetzungen, um Vorreiter in der E-Mobilität zu werden.

In den Batteriemarkt einzusteigen, wäre eine große Chance für Deutschland, betonte Roßkopf. „Wir könnten den Megatrend nachhaltige Mobilität zu einem neuen Geschäftsmodell machen. In Deutschland haben wir alle Technologien zur Verfügung und damit die besten Voraussetzungen.“ Wenn wir diese miteinander verbinden, könnte Deutschland Vorreiter in der E-Mobilität werden und als Schaufenster der Welt agieren.

Roßkopf konkretisierte seine Forderungen: „Mit drei Batteriezellfabriken in Deutschland und einheitlichen Ladestationen, die man mit der Kreditkarte bedienen kann, hätten wir zwei vernünftige Ziele.“ Diese wären nützlich und erreichbar, und um den Anschluss nicht zu verpassen nötig, wenn Deutschland führend in der E-Mobilität sein wolle. „Das wäre der allererste Schritt für den Masterplan in der Zukunft.“

Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) unterstützte Roßkopf: „Die Zukunft des Antriebs ist natürlich elektronisch. Aber auf der Basis von erneuerbaren Energien.“ Ihm ist zudem wichtig, dass die E-Autos in der Zukunft aus Europa kommen. Bonhoff war in seinem Vortrag auch von der Brennstoffzelle überzeugt. „In der Zukunft wird es nicht die eine Technologie geben, sondern ein Mix.“

Eine weitere TED-Umfrage spiegelte die Meinung des Publikums. (Foto: Leonie Leistner)

Die meisten sind sich einig, in Zukunft wird es eine Kombination von Antrieben geben.

Auch in der Diskussionsrunde am Montagnachmittag über die Zukunft des Antriebsstrangs, sahen die Teilnehmer beim Antrieb der Zukunft eine Kombination aus Batterie und einem anderen Antrieb. Auch das befragte Publikum war davon überzeugt. 40 Prozent sahen die Batterie am aussichtsreichsten, um langfristig fossile Kraftstoffe in der Massenmobilität abzulösen. 42 Prozent waren der Ansicht, dass die Brennstoffzelle, als Vorreiter in Frage käme. 18 Prozent waren von synthetischen Biokraftstoffen überzeugt.

Aber egal ob Batterie, Brennstoffzelle oder Biokraftstoffe. Viele Teilnehmer auf dem Maschinenbaugipfel waren sich in einem Punkt einig: In Zukunft wird es eine Kombination von Antrieben geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.